bei jeder Begegnung. Wenn ich Wangen höre, sehe ich sandfarbene Kühe, wiederkäuend auf eine Wiese, die von gelbem Löwenzahl gesprenkelt ist. Marktplatz, auf dem Gotik, Renaissance, Barock ein architektonisches Trio spielen. Goldgeränderte Plusterwolken über dem weißen Gebiß der Alpen, vor denen der Wind einen lindgrünen Vorhang aus Blütenstaub hochwirbelt.
Mit dem Wort Wangen höre ich die knorrige Sprache der Bauern, den Singsang der Anpreise, das Quietschen der Ferkel auf dem Markt. Höre den schleppenden Sprechchor alter Frauen in der Kirche das Ave Maria beten.
Wenn ich Wangen höre, rieche ich Alpenkräuter, Käse, Weihrauch und frisches Brot. Wenn ich Wangen höre, schmecke ich frische Brätknödel in einer kräftigen Brühe, schmecke den firnen Schnee von den Bergen, vor dem der Wind eine Ahnung in die Stadt trägt.
Wenn ich Wangen höre, fühle ich Moorboden unter den Füßen federn, Riedgras meine Hände streicheln und kühles Wasser aus dem Marktbrunnen durch meine Finger rieseln." (Thaddäus Troll - Näheres zu diesem Text hier -> (Quellenangabe)